Tipps vom Fachmannn. So gelingt der Teichbau in Ihrem Garten

Teich an der TerrasseWenn Sie mit der Planung Ihres Gartenteichs fertig sind, kann es mit dem Teichbau losgehen. Je nach dem für welche Art Teich Sie sich entschieden haben, sollte jetzt auch die Auswahl der Materialien feststehen.

Sie haben die Wahl zwischen:
• fertige Teichschalen
• Teichfolie und Vlies
• Betonboden
• Naturboden

Für alle Teicharten sind aber der ersten Arbeitsschritte die Gleichen. Sie müssen zunächst Größe und Form festlegen. Das macht man am besten indem man mit einem Spaten die Kanten markiert. Danach kann der Aushub beginnen. Die Teichgröße und Tiefe bestimmen das Werkzeug. Reicht für einen kleineren Teich noch Spaten und Muskelkraft, so sollten Sie sich für ein größeres Projekt lieber einen angemessenen Bagger besorgen. Diese kann man tageweise ausleihen.
Wenn Ihr Grundstück abschüssig ist, legen Sie Ihren Gartenteich möglichst an einer der tiefsten Stelle an – das wirkt natürlicher.
Ein klassisch aufgebauter Gartenteich besteht aus verschiedenen Zonen mit unterschiedlichen Wassertiefen. Die Übergängen legt man stufenartig an. Die erste Stufe sollte eine etwa 10 bis 20 Zentimeter tiefe „Sumpfzone“ sein. Die nächste Stufe wäre etwa 40 bis 50 Zentimeter tief. Die „Tiefwasserzone“ hat dann eine Wassertiefe von etwa 80 bis 150 Zentimeter. Sie muss nicht unbedingt in der Mitte liegen. Das hängt ganz von der Form Ihres Teiches ab.Auch die Übergänge müssen nicht immer gleich sein. Sie können je nach Geschmack mal flacher und mal steiler gestaltet werden.
Tipp: Heben Sie den Teich bei steinigem Untergrund etwa zehn Zentimeter tiefer aus. Dann füllen Sie dies wieder mit einer Schicht Bausand auf. Dadurch beugen Sie Beschädigungen der Teichfolie durch spitze Steine vor.

Teichbau mit Schalen

TeichschaleTeichanlage mit Koi-Karpfen im GartenWenn der Teich nicht ganz so groß werden soll, gibt es robuste, fertige Teichschalen. Die bekommt man im Gartencenter oder Fachhandel für Teichanlagen. Sie sind lange haltbar und leicht einzubauen. Es gibt sie in verschiedenen Formen, Größen und Tiefen.

 

 

 

Teichbau mit Folie und Vlies

ausschachten eines gartenteichs mit baggerSandfüllung im GartenteichVlies im Gartenteich verlegenFür die, die ganz sicher gehen wollen gibt es auch noch Teichvlies den man zusätzlich noch auf die Sandschicht legen kann. Wenn Ihr Boden nicht so steinig ist, reicht auch nur dieses Vlies als Unterlage für die Folie. Das Vlies ist leicht auszulegen und kann hinterher mit einer Schere in Form geschnitten werden.

Das Vlies an einigen Stellen mit Steinen fixieren, damit es  nicht verrutschen kann. Danach legen Sie die Teichfolie auf das Vlies. TeichbefüllungDa die Teichfolie recht schwer ist, sollten Sie sich dafür eine kräftige Hilfe suchen. Nach Teichfolie verlegendem Verlegen der Folie wird diese ebenfalls zugeschnitten und fixiert.
Folie und Vlies gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Stärken.

Entscheidend für die Wahl ist, welcher physischen Belastung Ihr Teich ausgesetzt werden wird.

Teich mit Betonboden

Manche Gartenbesitzer bevorzugen einen Gartenteich mit Betonboden und Wänden. Das ist besonders oft dann gewünscht, wenn der Teich auch als Schwimmteich genutzt werden soll. Beton ist beim Teichbau immer noch als der Klassiker. Das Anlegen eines Betonteichs ist allerdings sehr arbeitsaufwendig und auch relativ kostspielig.
Dafür erhält man aber einen sehr robusten Teich, der die kommenden Jahrzehnte leicht überdauert. Außerdem ist man bei Beton, in Bezug auf die Formgebung und die Größe des Teiches, außerordentlich flexibel. Die Kosten für einen Betonteich kann man aber auch relativ gering halten, da man ihn leicht selber anlegen kann. Ein Betonteich lässt sich nach dem betonieren allerdings nur noch schwer erweitern oder wieder abbauen.

So wird der Betonteich gebaut:

Nach dem Aushub wird der Beton gemischt und die Teichwanne gebaut. Damit zügig gearbeitet werden kann, sollten Sie den Betonbedarf vorher berechnen. Dann wird der Beton getrocknet und entsprechend behandelt. Nach der Grundierung wird er mit einem speziellen Farbanstrich versehen, der das Material wasserdicht macht. Zur Abdichtung kann man  aber auch Folien oder Dichtschlämme benutzen. Danach werden Pflanzen und die Technik eingebaut.

Teich mit Naturboden

Natur-Gartenteich mit Seerosen und HolzbrückeEs ist aber auch eine natürlichere Teich-Variante möglich. Wir empfehlen eine Lehm- oder Tonverdichtung. Lehm ist recht kostspielig, dichtet aber sehr gut ab. Tongranulat ist wesentlich günstiger.
Naturboden ist zwar aufwändiger und teurer als herkömmliche Teiche, hat dafür aber auch seine Vorteile. Er ist ideal für das Anlegen von Naturteichen. Das „Verstecken“ der Folie und unschöne Beckenränder fallen weg. Das Wichtigste ist allerdings bei Lehm- und Tonböden, dass der Teichgrund 100%ig wasserdicht ist. Wenn undichte Stellen zurückbleiben, geht viel Wasser verloren und die Erhaltungskosten sind nicht ohne.

Wenn der Naturteich ausgehoben ist, müssen spitze Steine, Wurzeln und andere störende Gegenstände unbedingt entfernen werden. Danach legt man das Material zur Ausgestaltung aus. Nach der Verarbeitung des Materials werden Buchten am Ufer gestaltet. Teicherde oder Kies, vor allem in Ufernähe können dann nach Belieben eingebracht werden. Anschließend kann der Teich bepflanzt werden.

Verarbeitung von Lehm im Teich

Schauen Sie zuerst wie hoch der Lehmgehalt Ihres Gartenbodens ist. Ist der Boden nur leicht lehmhaltig, müssen Sie zusätzlichen Lehm bei der Abdichtung verwenden. Wir empfehlen am Teichgrund ein Schutzgitter einzusetzen, damit die Erde unter dem Teich nicht von Mäusen etc. untergraben werden kann. Kalkulieren Sie beim Ausheben eine zusätzliche Tiefe von ca. 50 cm mehr ein, denn die Lehmschicht sollte eine Dicke von ca. 50 cm haben.

Tragen Sie den Lehm in mehreren Schichten auf. Zwischendurch muss er immer wieder genässt und eingestampft werden. Während des gesamten Prozesses darf der Lehm nicht austrocknen, da er sonst leicht rissig und damit undicht wird. In den unterschiedlichen Teichzonen muss man den Lehm unterschiedlich dick auftragen. Da im Uferbereich die Austrocknungsgefahr am größten ist, sollte die Lehmschicht dort ca. 60 cm dick sein. In der Teichmitte reichen 60 cm aus. Zum Uferrand hin können Sie die Dicke dann auf 30 cm reduzieren.

Verarbeitung von Tongranulat als Teichgrund

Gartenteich mit NatursteingrungTongranulat ist eine sehr gute Alternative zum Lehm. Er ermöglicht eine sehr einfache und zuverlässige Versiegelung. Ton ist zudem wesentlich preiswerter. Ton hat im Teichbau eine lange Tradition. Heutzutage werden zur Abdichtung oft Schüttungen aus Quellton-Granulat verwendet, denn sobald der Quellton nass wird, verbindet er sich zu einer wasserdichten Tonschicht. Allerdings sind steile Teichwände mit Ton nicht möglich.

Bei Zier- und Fischteichen reicht eine Tonschichtdicke von 10 cm bis 15 cm. Aber auch hier sollte man wegen der späteren Ausdehnung den Teich ca. 30 cm tiefer ausheben als geplant. Bevor man mit dem Tongranulat startet, musst der Boden verdichtet werden.

Um die Bodenschicht und den Ton zu schützen sollten Sie anschließend die Tonschicht mit ca. 10 cm Sand oder feinem Kies bedecken. dann das Wasser langsam einfüllen, damit keine Verspülungen entstehen. Sobald das Wasser auf den Ton trifft, sättigt sich das Tongranulat mit Wasser. Es löst sich auf und bildet nun eine „Sperrschicht“.
Es dauert ca. 5 Stunden (je nach Teichgröße) bis sich der ganze Ton zu einer Schicht verbunden hat. Erst dann kann der Teiches komplett befüllt werden.

Der Vorteil von Naturböden ist, dass der Teich eine hervorragende Lebensgrundlage für viele Tierarten bildet. Die Nachteile sind, dass die Umsetzung standortabhängig ist und man sich keinen Fehler erlauben darf. Ansonsten wird der Teich undicht. Den Teich wieder zu entleeren und dann die undichte Stelle zu finden ist äußerst mühsam.  Gartenteich mit sprudelnder Quelle

Welche Technik ist beim Teichbau nötig?

Ein Gartenteich mit Fischen „kippt leicht um“. Sorgen Sie daher für eine gute Wasserqualität. Algen vermehren sich gerade bei warmen Temperaturen oft explosionsartig. Sie vernichten dabei den Sauerstoff im Wasser.

Hier ein paar Tipps, wie Sie das verhindern können.

Wenn man einen Teich anlegt, stellt sich auch die Frage ob man einen Wasserfilter benötigt oder nicht. Wenn Ihr Gartenteich nicht zu klein ist, kommt er in der Regel auch ohne aufwändige Technik aus. Voraussetzung dafür ist der richtige Standort. Es sollte kein übermäßig starker Nährstoffeintrag stattfindet.
Sobald Sie aber Fische oder andere Wasserbewohner einsetzt, fangen die Probleme an. Der Kot und die Futterreste erhöhen unweigerlich die Phosphat- und Stickstoffkonzentration im Wasser. Bei entsprechenden Temperaturen kann das dann schnell zur Algenblüte führen. Daher empfehlen wir in diesem Fall lieber gleich ein Filtersystem einzubauen. Eine Nachrüstung ist meistens aufwändiger. Falls Sie keine starke Algenbildung haben, können Sie die Technik der Anlage auch so programmieren, dass sie nur wenige Stunden am Tag läuft.

Eine Tauchpumpe gehört zu den gängigen Filteranlage im Gartenteich. Sie befördert das Wasser in die Filtereinheit (in der Regel am Teichufer). Dort werden die Algen mit UV-Licht abgetötet und Schwebstoffe ausgesiebt. Es gibt auch Filteranlagen mit Aktivkohleeinsätzen. Diese können sogar Giftstoffe binden.

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